Leben und Arbeiten in Malta

Wie kommt man im Alltag mit der maltesischen Mentalität klar, sollte man sich für ein Leben dort entscheiden? Wie „ticken“ die Malteser?

Grundsätzlich merkt man dem Alltag an, dass man sich in einem südlicheren Land befindet. Pünktlichkeit ist keine Kardinaltugend, es regiert das entspannte Chaos. Dennoch haben auch die Briten mit ihrer klischeehaften Korrektheit ihre Spuren hinterlassen. Doch gerade das macht Malta aber reizvoll. Der Kontrast zur in Deutschland gewohnten Pünktlichkeit und Pedanz kann erholsam sein und den Blick öffnen für einen anderen Lifestyle.

Malta wurde über die Jahrhunderte hinweg häufig von Besatzern ein Stempel aufgedrückt, was sie jedoch nicht in ihrer Offenheit anderen gegenüber beeinträchtigt hat. Sie haben sich außerdem ihre eigene Kultur, wie z.B. ihre Sprache bewahrt. Dieser arabisch-europäische Mix ist höchst attraktiv. Die maltesische Gastfreundschaft merkt man schon, wenn man einen Einheimischen um Hilfe oder Rat bittet oder sich von ihm die Geschichte der Insel erklären lässt. Also nur nicht schüchtern sein und Kontakt aufnehmen!

Wer übrigens gerne mit dem Motorroller oder dem Auto selbst die Insel erkunden möchte, sollte beachten, dass in Malta dank des langen britischen Einflusses (bis 1964) Linksverkehr herrscht! Außerdem setzt sich die chaotische Lebenshaltung der Malteser auch in ihrem Fahrstil fort, sodass man vorsichtig sein sollte. Vielleicht doch lieber mit dem Bus?

Das Nachtleben Maltas pulsiert auf der gesamten Insel, wirklich speziell sind allerdings St. Julian’s und Sliema. Das ist insbesondere für Jüngere attraktiv und ein Argument für eine Sprachreise nach Malta, sodass man hier Party und Lernen gut kombinieren kann. Das gesamte Viertel Paceville setzt sich aus über 350 Restaurants, Bars und Discos zusammen, sodass jeder seine Musik und seinen Feierstil findet. Die Party steigt allerdings nicht nur innerhalb der locations, sondern auch draußen auf der Straße, was insbesondere im Sommer unvergleichlich ist.

Was isst man, wenn man typisch maltesisch essen möchte? Mediterran? Fast. Frittiertes und Fastfood stehen hoch im Kurs, ansonsten finden sich auch hier viele italienische und afrikanische Restaurants. Wer ganz mutig und für den „Süßegrad“ unempfindlich ist, kann die maltesische Spezialität „Kaninchen“ (Fenek) probieren. Kaninchen gibt es in zig verschiedenen Variationen. Insgesamt ist die maltesische Küche, ebenso wie die Sprache, ein Mix aus italienischen, britischen und afrikanischen Einflüssen. Am Samstag wird übrigens gerne mit der Familie und Freunden gegrillt. Wer gerne „maltesisch“ trinken möchte, kann z.B. eine Bajtra, ein alkoholisches Getränk aus Kaktusfeigen, probieren.

Party und Kulturenmix trifft auf strengen Katholizismus und vorchristliche Glaubenskulturen in Form diverser Tempelanlagen. Wer nach Malta geht, sollte kein Problem mit scheinbar widersprüchlichen Gegensätzen haben, sondern sich daran erfreuen können. Auf ins Abenteuer!